Mountainbiker auf dem Trail The Dark Side of the Moon am Parpaner Rothorn – Bike Kingdom Lenzerheide

Mountainbiken in Lenzerheide & Arosa: der große Trail-Guide fürs Bike Kingdom

Ein persönlicher Trail-für-Trail-Guide zum größten Bike-Verbund der Schweiz — von der rauen Scalottas-Naturtrail-Seite über das hochalpine Rothorn-Gelände mit The Dark Side of the Moon bis zur langen Älplisee-Abfahrt nach Arosa. Aufgeschrieben nach mehreren Tagen im Mai/Juni und der Rückkehr im Juli 2026.


Ich bin kein Bikepark-Fahrer. Kein Bermer-Zähler, kein Fan von polierten Jumplines. Was mich anzieht, ist Naturgelände: Steine im Trail, Wurzeln, die dich überraschen, Landschaft, die sich während der Abfahrt verändert. Genau deshalb hatte ich Lenzerheide von Anfang an auf dem Schirm. Ich hatte viel gehört — von den hochalpinen Trails wie The Dark Side of the Moon und dem Älplisee, von der schieren Menge an Trails, davon, dass der Bikepark nur ein Teil des Ganzen ist und es unzählige Tourenmöglichkeiten gibt. Mir war klar: Hier kann ich mehr als einen Nachmittag verbringen — und genau das würde mir gefallen.

Und so kam es dann auch. Das Bike Kingdom ist viel größer als sein Park, und die besten Trails liegen dort, wo kaum jemand hinschaut: auf der stillen Scalottas-Seite, oben am Rothorn in echter Mondlandschaft, und drüben in Arosa, wo dich ein einziger Trail über tausend Höhenmeter durch drei komplett verschiedene Landschaften trägt.

Dieser Guide ist bewusst als Trail-Guide gebaut, nicht als Tourenbericht. Zuerst gehe ich Zone für Zone durch die Trails — was dich erwartet, wie es sich fährt, worauf du achten musst. Die große Runde, die ich gefahren bin, hänge ich hinten als Beispiel-Tag an, damit du siehst, wie man das Ganze zu einem Tag zusammensetzt. Und ganz unten findest du die komplette Trail-Liste mit Längen und Höhenmetern.


Bike Kingdom Arosa-Lenzerheide auf einen Blick

Das Bike Kingdom ist der Markenname für den größten zusammenhängenden Bike-Verbund der Schweiz und verbindet drei Regionen: Lenzerheide, Arosa und Chur. Bergbahnen, PostBus und die Urdenbahn fügen alles zu einem Netz zusammen. Das Marketing spricht von Distrikten — wer selbst dort fährt, merkt schnell, dass jeder Distrikt einen eigenen Charakter hat.

Kenngröße Details
Regionen Lenzerheide, Arosa, Chur (Graubünden)
Trailnetz 900+ km inkl. Tourentrails; ~177 gelistete Trails auf Trailforks
Höhenspanne ~1.230 m (Chur) bis 2.865 m (Parpaner Rothorn)
Bike Kingdom Park 5 Freeride-Linien (Rothornseite Lenzerheide)
Charakter Weltcup-Park + hochalpines Naturgelände, räumlich sauber getrennt
UCI-Weltcup Austragungsort seit 2015; 2026 die 10. Jubiläumsausgabe, 19.–21. Juni
Trailforks Arosa Lenzerheide
Website bikekingdom.ch

Grob teilt sich das Gebiet in fünf Charaktere, die ich in diesem Guide der Reihe nach abfahre:

Red Peaks — Rothornseite (Lenzerheide). Rothornbahn I und II, der Bike Kingdom Park, die UCI-Weltcupstrecke. Ganz oben, jenseits der Baumgrenze, das hochalpine Herzstück: The Dark Side of the Moon und The Great White. Maschinengebaut, aber in echtes Hochgebirge gesetzt.

Western Summits — Scalottas-Seite (Lenzerheide West). Das Piz-Scalottas-Massiv, per Sessellift aus dem Tal. Natürlicher Hochalpin-Singletrack mit echten Anstiegen, offenen Almwiesen und langen Abfahrten — mein persönliches Highlight.

Bear Mountains — Parpan / Alp Stätz. Die Enduro-Touren-Seite: lange Naturtrails wie Alp Stätz, der berüchtigte Handicap-Trail, die 602 Runda Lai und der Parpan Trail.

Arosa — Weisshorn & Hörnli. Der nördliche Endpunkt, erreichbar auf dem Trail (Älplisee) oder per Urdenbahn. Weisshorn-Naturtrails, der Schwellisee-Trail, die schwarze Hörnli-Variante — oft menschenleer.

Chur — die dritte, vergessene Seite. Eigener Alpenbikepark und Brambrüesch-Panorama, aber nicht in der Gravity Card enthalten und kein Hauptgrund für die Reise.

Warum das besonders ist: Die meisten lift-bedienten Ziele in den Alpen sind entweder Park oder Natur. Lenzerheide bietet beides in Weltklasse-Qualität, sauber getrennt. Der Springer und der Naturtrail-Fahrer teilen sich denselben Lift und landen in völlig unterschiedlichen Welten.


Wichtig zur Planung: die Rothornbahn II

Der Schlüssel zum oberen Gelände ist die Rothornbahn II (Luftseilbahn Scharmoin–Parpaner Rothorn). Du fährst zuerst mit der Rothornbahn I (Gondel ab Lenzerheide bis Scharmoin), dann mit der Rothornbahn II auf gut 2.860 m — knapp unter den Gipfel des Parpaner Rothorns (2.865 m). Hier oben stehst du in einer echten Mondlandschaft, und genau hier starten The Dark Side of the Moon und die Älplisee-Abfahrt.

Die Rothornbahn II öffnet erst gegen Ende Juni — 2026 am 27. Juni. Danach läuft sie durch bis in den Herbst; die Bergbahn-Sommersaison endet rund um den 25. Oktober 2026. Tagsüber Betrieb bis ca. 17:00 Uhr, wobei die letzte Bergfahrt an der Rothornbahn II schon gegen 16:30 Uhr ist — etwas früher als an Rothorn I. Wer davor kommt, so wie ich Ende Mai, findet die Scalottas-Seite und den unteren Parkbereich offen, verpasst aber Dark Side und Älplisee.

Für die hochalpinen Highlights gilt also: Ende Juni bis Oktober. Für die Scalottas-Naturtrails brauchst du die Rothornbahn II nicht — die Sessellift-Seite läuft ab Saisonstart. Aktuelle Zeiten immer vorher checken.


Zone 1 — Red Peaks: das Rothorn-Hochgebirge & der Bike Kingdom Park

Das ist die bekannte Seite: Rothornbahn von der Talstation zur Mittelstation Scharmoin (~1.900 m), dort Einstieg in den Bikepark, oder mit der Rothornbahn II weiter zum Parpaner Rothorn. Oben, weit über der Baumgrenze, liegt das eindrücklichste Gelände des ganzen Verbunds.

The Dark Side of the Moon 🔴

Der ikonische Trail des Bike Kingdoms und für mich landschaftlich einer der beeindruckendsten Trails, die ich je gefahren bin. Start auf ca. 2.820 m direkt unter dem Rothorngipfel, mitten in einer Mondlandschaft aus blankem Fels, Schutt und rötlichem Gestein — jemand meinte im Scherz, es sei eher „the Dark Side of Mars'. Offiziell rund 3 km lang mit etwa 220 Höhenmetern Abfahrt, 2025 von der Trailbau-Firma Allegra bewusst in dieses Gelände gesetzt.

Technisch ist er rot und trotz der Kulisse ganz normal fahrbar: ein paar Spitzkehren, etwas Hinterradversetzen, loser und leicht steiniger Untergrund — aber nicht verblockt. Die Kurven sind angelegt und laufen schön, die Sichtlinien sind weit, an manchen Stellen wird es richtig schnell. Wenige, dafür feine natürliche Features (etwa ein Felswall). Man muss gut am Bike stehen, aber es ist kein Rätsel. Braucht die Rothornbahn II.

The Great White ⚫ (S4)

Direkt daneben das ernste Geschwister von Dark Side: Einstieg auf etwa 2.600 m, weit über der Baumgrenze, auf Trailforks als S4 / schwarz eingestuft. Ruppig, technisch und vor allem steinig — immer wieder fast flowig fahrbar, dann kommt sofort das nächste Steinfeld oder die nächste verblockte Kurve. Kleiner Rockgarden, Anlieger aus Stein.

Der Trail wurde vor rund zwei Jahren eröffnet und ist durch Wind und Wetter immer anspruchsvoller geworden. Die Dimensionen täuschen: In der weiten Landschaft wirken die Steine kleiner, als sie sind. Nicht unterschätzen, besonders beim ersten Mal — die Konsequenzen bei einem ungewollten Absteiger sind hier oben hoch.

The Pipe 🔴

Der Transfer-Trail von der Great-White-/Gipfelzone hinunter zur Mittelstation. Etwas flowiger als Great White, aber immer noch mit Steinplatten drin — er behält den Charakter, nur gemäßigter. Ein kurzer, etwas steiniger Flow-Trail, der dich sauber zurück an den Start des Bikeparks bringt.

Motta Express 🔴

Naturtrail zwischen den Liftzonen, immer wieder flowig, aber mit Steinen gespickt und stellenweise sehr losem Untergrund. Achtung an einer bestimmten Kurve mit dickeren, sehr losen Steinen: Da kommt man schnell rein, kriegt die Kurve nicht und landet mit dem Vorderrad im Schotter — ich bin dort gestürzt und durfte danach sitzend zusehen, wie drei weitere Fahrer an genau derselben Stelle Probleme bekamen. Schon anspruchsvoll, trotz roter Bewertung.

Der Bike Kingdom Park — ehrliche Einschätzung

Fünf Linien als klare Progressionspyramide, alle über denselben Lift, dazu die echte UCI-Weltcupstrecke. Die Infrastruktur ist Weltklasse.

Linie Schwierigkeit Charakter
FLOWline Blau Maschinengebauter Flow, Sprünge optional — perfekter Aufwärmer
PRIMEline Rot Flow + natürliche Abschnitte, mittlere Sprünge; beliebteste Linie
SHOREline Rot Holz- und Shore-Elemente, eigenständiger Charakter
STYLEline Schwarz Große Sprünge, Freeride-Features — nur für selbstsichere Springer
STRAIGHTline Schwarz (UCI) Die Weltcupstrecke — das, was du im TV siehst

Die FLOWline wird von vielen als einer der besten Flow-Trails überhaupt gehandelt: Premium-Anlieger, abrollbare oder springbare Tables, eine kleine Jumpline, sogar Sharkfins (selten auf Blau) und bewusst eingebaute, roughe Steinfelder. Spaß auf jedem Level, schnell wie langsam.

Meine ehrliche Erfahrung im Juli: Am Ende von Tag 1 habe ich Prime Line und Flow Line gefahren, und sie waren sehr zerfahren — Bremswellen, ahoi. Die Prime Line war ziemlich zerschossen. Das kann an Hauptsaison und Ferienzeit liegen, einfach zu viel Betrieb. Für mich ist das nichts: Ein Flow-Trail und eine Jumpline zwischendurch gerne, aber wenn es dann so ruppig wird wie eine Enduro-Strecke, ohne die Belohnung eines Naturtrails, macht mir das keinen Spaß. Wer auf Park und Progression steht, findet hier trotzdem Weltklasse.

Late Shred: Der Park läuft bis 20:00 Uhr — in Alpin-Bikeparks selten. Wer den Morgen auf Naturtrails verbringt, kann abends noch eine ruhige Session in der Abendsonne einlegen.


Zone 2 — Western Summits: die Scalottas-Naturtrails (mein Highlight)

Das ist der Bereich, der mich kalt erwischt hat, und dem ich jeden Naturtrail-Fahrer als Erstes schicken würde. Ich war mehrere Tage hier — Ende Mai und über mehrere Tage im Juni — und bin an all diesen Tagen, nach einem kurzen Abstecher in den Bikepark, jedes Mal auf die Scalottas-Seite gefahren. Am Ende hatte ich dort praktisch alle Trails unter den Reifen.

Der Zugang läuft per Sessellift aus dem Tal auf ca. 2.300 m, über den See gefahren. Unten Wald, oben offene Almwiesen. Das Ganze fühlt sich komplett anders an als der Park: wilder, länger, weniger engineered, mit echten Gegenanstiegen. Kein Resort, sondern ein Enduro-Berg. Genau dafür bin ich gekommen.

Top Fops 🔴

Der Trail, zu dem ich mental immer wieder zurückgekehrt bin. Rot, ca. 3 km, ein super spaßiger Mix aus Flow und ruppigen Passagen: überall Absätze und Steine zum Überspringen, dazwischen kleine steinige Gegenanstiege, für die du mit Vorausschau genug Schwung mitnimmst. Am meisten Spaß macht er, wenn du den Rhythmus raushast — an den richtigen Stellen be- und entlasten, die Reifen immer wieder kurz in der Luft. Offenes Almwiesen-Terrain, kein künstlich geformter Untergrund. Der Trail antwortet auf die Fragen, die du stellst, statt sie für dich zu stellen.

Scalottas Nord & Höhenweg 🔴

Scheinbar endlos lange, weit einsehbare Trails mit offenen Kurven und natürlichem Untergrund — einer der einfachsten und zugleich spaßigsten Trails des Tages. Schön flott vom Kamm ins Tal, mega Panorama in alle Richtungen. Der Höhenweg zieht sich am Grat entlang und liefert das „genau dafür bin ich hier'-Gefühl.

Tgantieni 🔵/Verbinder

Das Bindeglied zwischen den Zonen auf der Scalottas-Seite, mit einem kurzen Push- oder Pedalabschnitt. Was ihn lohnend macht, ist die Perspektive: der Quergang führt über einen offenen Kamm mit Blick in beide Täler. In einer vollständigen Scalottas-Runde ist das das Stück, an dem dir klar wird, wo du gerade stehst. (Die Tgantieni-Bahn ist außerdem einer der Lifte, die vom Stellplatz Fadail am schnellsten erreichbar sind.)

Alp Lavoz 🔴

Ein natürlicher, „natur-rumpeliger' Wanderweg-Trail im Charakter ähnlich dem Alp Stätz — schön rau und natürlich. Enthält eine kleine Schlüsselstelle, eine enge Kurve, die auf Video harmlos aussieht, aber tricky ist — fast kniffliger als alles auf dem Alp Stätz. Es gibt einen neueren, etwas geraderen Alternativeinstieg (Vorsicht: Baum), der ursprüngliche linke Felsen ist fies.

So fühlt sich ein Scalottas-Tag an

Ein typischer Ablauf: ein easy Warm-up-Trail mit kleinen Mini-Anstiegen hoch zu einer der vielen kleinen Hütten, dann ein trickier Naturtrail mit Absätzen, echten Felsplatten und Spitzkehren — erstaunlich guter Grip auf den Wurzeln, solange es trocken ist. Bei halb-nassen Bedingungen wird es an ein, zwei Stellen richtig rutschig, dann heißt es: nicht mit dem Matschreifen in den Schmier ballern und rechts nicht runterfallen. Zum Schluss ein dunkler Waldtrail, der ordentlich schöppert, wenn man laufen lässt, und unten wartet der Heidsee im Tal: Füße in den Sand, Bike baden.

E-MTB-Empfehlung: Genau hier zahlt sich der Motor aus. Die Traversierungen und Verbindungen haben echte Anstiege; auf dem Amflow PL waren sie Erkundung statt Schlepperei. Auf einem Acoustic-Bike absolut machbar — aber plane deutlich mehr Zeit und Kraft ein.


Zone 3 — Bear Mountains: die Enduro-Touren-Seite

Die Parpan-/Alp-Stätz-Seite ist das Reich der langen Naturtrail-Touren. Hier fährst du nicht Lap um Lap, sondern kombinierst Liftabschnitte mit Pedal- und Schiebestücken zu großen Runden.

Alp Stätz Straightline ⚫ & Höhenweg Alp Stätz 🔵

Zwei Charaktere am selben Berg. Der Alp Stätz Trail (Straightline) ist die schwarze Linie: ca. 3 km, rund 600 Höhenmeter Abfahrt, natur-rumpelig, ein echter Enduro-Naturtrail. Der Höhenweg Alp Stätz ist die blaue Variante — ca. 3 km, ~300 Höhenmeter, deutlich zahmer, dafür mit Traversen-Charakter und Aussicht. Wer die Scalottas-Naturtrails mag, wird hier fündig.

Handicap ⚫

Der Trail, dessen Name Programm ist: dein Handicap ist, wie oft du den Fuß absetzen musst. Schwarz, ziemlich anspruchsvoll, mit Spitzkehren, rumpeligen Passagen und vielen Wurzeln. Theoretisch alles fahrbar, aber es fordert volle Konzentration. Ganz klare Warnung, in der sich alle einig sind: nicht bei Nässe fahren — nasse Reifen auf trockene Wurzeln (oder umgekehrt) sind hier grenzwertig.

602 Runda Lai + Parpan Trail

Eine der attraktivsten nummerierten Enduro-Touren, Start am Rothorngipfel. Der Einstieg oben kommt mit losen, extrem rutschigen Steinen — nicht mit gezogener Bremse ins Steinfeld krachen, sonst schlüdert das Vorderrad weg. Dazwischen viel „Gipfelautobahn': breiter Schotterweg, der unspektakulär Höhenmeter verbrennt, dafür mit Kühen und Wanderern.

Das Sahnestück ist der Parpan Trail am Ende: ein sehr enger, schmaler Singletrack, auf dem du unbedingt auf der Spur bleiben musst, sonst bleibst du mit den Rädern hängen. Achte darauf, dass dein Schaltwerk nicht an den Steinen streift. Kurz vor Schluss ein Gatter, dann läuft der Trail Richtung Bikepark aus. Wichtig: Für die volle 602-Runde ist eine Verbindungsbahn nötig, die gelegentlich außer Betrieb ist — dann wechselst du in der Mitte auf die 634 und fährst die Runde nur zur Hälfte. Liftstatus vorher checken.

Die Furcletta-Tour — Lenzerheide → Arosa auf die harte Tour

Die Abenteuerroute des Bike Kingdoms und das, woran sich die Geister scheiden. Eine mehrstündige Überfahrt über den Furcletta-Pass nach Arosa, mit echtem Hike-a-Bike. Grobe Eckdaten einer kompletten Runde: rund 36 km, ~3.300 Höhenmeter bergab und ~2.300 bergauf, maximale Höhe 2.811 m, ca. 7 Stunden unterwegs.

Der Ablauf: mit der Bahn hoch, erst ein anspruchsvoller Einstiegstrail (stellenweise S4, gilt aber nur als „Warm-up'), dann mehrere hundert Höhenmeter Schieben und Tragen durch hochalpines Gelände, vorbei an einem ausgetrockneten Seebett, über den Culmet (~2.600 m) zum nächsten Joch, kurz hinunter, dann noch einmal rund 100 Höhenmeter hoch zum Furcletta-Pass. Zur Belohnung wartet der lange Singletrail (~8 km, gut 900 Höhenmeter) hinunter Richtung Arosa: steil, stufig, kehrig, teils sehr lose — mit moderatem Tempo großartig, die Landschaft „wie Kanada'.

Klare Warnung, mehrfach betont: Diese Tour nur mit leichtem Bike, auf keinen Fall E-Bike — es gibt Passagen, die man nicht fahren kann, wo geschoben und getragen wird, und das schwere E-MTB wird dort zur Qual. Nur für Alpinisten mit Kondition und Navigationskompetenz. Der Culmet-Trail selbst ist bremsintensiv und rutschig (mir kam der Belag langsam durch). Und ja: In den Berichten reißt schon mal ein Schaltwerk ab oder bekommt ein Rahmen einen Riss — das ist echtes Hochgebirge, kein Resort.

Machst du, wenn: du den definierenden Bergtag willst und dir mehrstündige Hochtouren zutraust. Machst du nicht, wenn: du für Park-Laps hier bist, auf dem E-Bike oder DH-Bike sitzt, oder es dein erster Tag nach der Anreise ist. Wer es entspannter mag, nimmt die Urdenbahn nach Arosa.


Zone 4 — Arosa: Weisshorn, Hörnli & die Älplisee-Verbindung

Arosa ist der nördliche Endpunkt und für mich die zweite große Überraschung neben Scalottas: fließender, abgeschiedener, mit einigen der schönsten Naturtrails der Region — und unter der Woche oft komplett menschenleer.

Älplisee Trail 🔴 (mit schwarzer Endpassage)

Für viele „possibly the best all-mountain-enduro trail'. Wichtig zur Reihenfolge: Der Älplisee Trail startet nicht an der Rothornbahn-Bergstation, sondern schließt unten an The Dark Side of the Moon an — er ist dessen Fortsetzung Richtung Arosa. Von dort trägt er dich über mehr als 1.000 Höhenmeter ins Tal — je nach Zählung knapp 6 km reines Singletrail (Älplisee solo) bzw. rund 10 km inklusive Dark Side.

Oben schmal und exponiert, kiesig und schnell lose — ein bisschen Feuchtigkeit im Trail ist ideal, bei Staubtrockenheit wird der Kies zur Murmelbahn. Weiter unten löst Vegetation den Fels ab, der Untergrund wird kompakter, die Exposition verschwindet. Dazwischen flache Verschnaufabschnitte mit Panorama, dann klassische Spitzkehren — die engen Endo-Turn-Kehren am Ende sind der technischste Teil. Nach etwa zwei Dritteln kommst du an den Älplisee, einen kristallklaren Bergsee auf 2.156 m. Die Landschaft verändert sich auf dieser einen Abfahrt komplett — von Mondlandschaft über Almwiese zurück in den Wald. Unten mündet er ins letzte Stück Hörnli-Trail zurück zur Hörnli-Express-Gondel.

Schwellisee Trail 🔴 — Naturtech vom Feinsten

Start am Top des Hörnli-Express (~2.500 m), zunächst entlang eines atemberaubenden Grats, der wenig ahnen lässt, was kommt. Mehrere Line-Optionen — „ride it as you see it'. Früh ein kurzes Climb-/Schiebestück, dann öffnet sich der Trail durch eine Almwiese. Je weiter unten, desto felsiger: Switchbacks (perfekt zum Endo-Turn-Üben), dann „chunky' zwischen den Steinen durchweben — aufpassen auf Pedal und Schaltwerk. Ein echter Naturtech-Trail, der auf niedriger Geschwindigkeit lebt (deshalb sind auch Wanderer kein Problem). Die kniffligsten Kurven spart er sich fürs Ende auf, kurz bevor er am namensgebenden Schwellisee ausläuft. Braucht keine Rothornbahn II — läuft ab der Hörnli-Talstation ab Saisonstart.

Weisshorn–Sattelhütte 🔴

Mit der Weisshornbahn I und II hoch, oben stehst du wieder im hochalpinen Gelände. Der Trail Weisshorn–Sattelhütte ist 3,4 km lang mit 485 Höhenmetern Abfahrt — absoluter Spaß, und sobald du auf dieser Seite bist, ist nichts mehr los. Ein herrlicher Gegensatz zum Park-Gewusel drüben in Lenzerheide.

Hauptji Trail 🔴 & Ochsenalp Trail 🔴

Auf halber Höhe teilt sich der Weisshorn-Trail: links geht der Ochsenalp Trail, rechts der Hauptji Trail. Der Hauptji ist super schön, stellenweise rutschig, führt zurück zur Weisshorn-Mittelstation, von wo eine Traverse zurück zum Hörnli-Express bringt. Der Ochsenalp ist ein schöner Naturtrail, der später in den Scheideggsee-Trail übergeht und dich zurück in den Wald bringt.

Hörnli Trail (schwarze Variante) ⚫

Vom normalen Hörnli-Trail zweigt eine schwarze Variante ab: technischer, sehr steinig, schmaler und exponierter Weg, auf dem du schnell nach links oder rechts wegkippst. Kleine Challenges alle paar Meter, aber alles machbar — nur „darf man keine Sekunde nicht auf die Strecke gucken, sonst legt's dich hin'. Steinige Stufen, teils steil, mit Blick auf einen See. Unten mündet die Variante wieder in den normalen Hörnli-Trail. Für Anfänger sicher kein Traum, für Technikfreunde ein Genuss.

Kirchli / Alter Kirchweg & die Verbindungen

Rund um Arosa gibt es entspannteren Naturtrail-Enduro: der Kirchli Trail ist ein Waldweg mit ein paar Wurzeln, kein echter Downhill, eher einfacher Enduro; der Alter Kirchweg ähnlich, mit ein paar knackigen Anstiegen und Wurzelfeldern. Dazu die Verbindungen Maran – Seilpark und die Umrundung von Obersee/Grünseeli, die Arosa zu einem eigenen Tag machen. Der Hörnli-Flow-Trail ist ganz okay, wenn Flow dein Ding ist, aber ein bisschen vanilla — dafür würde ich nicht extra nach Arosa fahren.

Zurück nach Lenzerheide: Urdenbahn oder Urdental-Trail

Zwei Möglichkeiten führen von Arosa zurück:

  • Urdenbahn — die Seilbahn überspannt das Urdental. Schnell und bequem.
  • Urdental-Trail — teilweise sehr verblockt und sehr steil. Selbst mit dem E-Bike hatte ich stellenweise Probleme hochzukommen; loser Untergrund macht es schwer, die Motor-Power sauber auf den Trail zu bringen.

Danach geht es über den Urdenfürggli Twister (noch einfach, ein alpiner Flow-Trail), den bereits erwähnten Motta Express, die eher unspektakuläre Old Bike Attack Traverse und schließlich The Pipe zurück an die Bergstation Rothorn I.


Zone 5 — Chur & Brambrüesch (die kurze Version)

Chur selbst hat mit dem Alpenbikepark Chur und dem Brambrüesch-Panorama eine eigene Anlage. Sie ist aber nicht in der Gravity Card enthalten — wer die ganz große Schleife über Chur fahren will, muss die Bergfahrt dort einzeln lösen. Für einen halben Tag oder einen Ruhetag von den großen Bergrunden erwähnenswert, aber nicht der Hauptgrund für eine Reise ins Bike Kingdom.


Beispiel-Tag: die große Arosa-Runde

Die einzelnen Trails sind die Hauptsache — aber weil viele fragen, wie man das an einem Tag verbindet, hier eine komplette Runde aus meinem Juli-Trip als Vorlage.

Mit Rothornbahn I und II hoch, dann The Dark Side of the Moon aus der Mondlandschaft heraus, direkt weiter in den Älplisee Trail hinunter nach Arosa (über 1.000 Höhenmeter, vorbei am Älplisee). Dann eine große Runde rund um Arosa: von der Hörnli-Talstation hoch nach Inner-Arosa, Kirchli und Alter Kirchweg, mit der Weisshornbahn I und II hoch, Weisshorn–Sattelhütte, der erste Teil Ochsenalp, dann Scheideggsee zurück in den Wald, über Maran und den Maran–Seilpark-Trail, um den Obersee herum durch Arosa und mit einem kurzen Anstieg (E-Bike sei Dank) zurück zum Hörnli-Express.

Tourdaten (GPX, inkl. Gondelfahrten): 53,12 km · 2.756 Höhenmeter · 3:05 reine Bewegungszeit. Ich bin um 11:30 Uhr los und um 16:00 Uhr zurück — mit vielen Foto- und Video-Stopps.

⬇︎ GPX-Track herunterladen — Lenzerheide–Arosa Runde (Strava-Aufzeichnung, für Komoot, Garmin & Co.)


Lifte, Tickets & Gravity Card

Der Uplift läuft über die Bergbahnen, nicht über Straßenshuttles.

Lift Ort Hinweise
Rothornbahn I Lenzerheide → Scharmoin Hauptzugang Bike Kingdom Park
Rothornbahn II Scharmoin → Parpaner Rothorn (2.865 m) Öffnet ~27. Juni; Zugang Dark Side & Älplisee; letzte Bergfahrt ~16:30
Scalottas-Sessellift Tal → Scalottas (~2.300 m) Naturtrail-Seite; ab Saisonstart
Tgantieni Tal → Scalottas-Verbinder Nahe Stellplatz Fadail
Hörnli-Express Arosa Haupt-Uplift Arosa; Älplisee & Schwellisee
Weisshornbahn I & II Arosa Zugang Weisshorn-Naturtrails
Urdenbahn Arosa ↔ Lenzerheide Hochalpin-Verbindung zwischen den Orten

Tickets gibt es als Tages- bis Mehrtagestickets (online etwas günstiger), als Biketicket 2 RIDE für Tourenfahrer und als Saisonkarte. Das Bike Kingdom Park Lenzerheide ist außerdem Teil der Gravity Card, dem europäischen Sammel-Saisonpass für zahlreiche Bikeparks — gültig fürs gesamte Lift-Angebot in Arosa und Lenzerheide. Ausnahme: der Alpenbikepark Chur ist nicht enthalten. Aktuelle Preise unter bikekingdom.ch und gravity-card.com.

Wichtige Einschränkung: Die Lifte sind nicht perfekt aneinandergereiht. Zwischen manchen Zonen musst du bergauf pedalieren (mit Enduro machbar, mit DH-Bike kaum), und einzelne Bahnen können defekt oder gesperrt sein. Das ist der Trade-off zwischen „Touren fahren' und „Trails ballern'. Die Bike Kingdom App zeigt alle Auf- und Abfahrten mit Schwierigkeitsgraden — für den ersten Besuch sehr zu empfehlen.


Fahrkönnen — welche Zone für wen?

Fahrertyp Beste Zonen Erwartung
Einsteiger / Kinder FLOWline, Höhenweg Alp Stätz (blau), Talboden Begrenztes Angebot — kein Einsteiger-Ziel
Fortgeschritten (blau–rot) Scalottas Höhenweg, PRIMEline, Dark Side of the Moon, Weisshorn–Sattelhütte Viel zugängliches Naturgelände; alpine Konsequenzen beachten
Geübt (rot–schwarz) Top Fops, Alp Lavoz, Älplisee, Schwellisee, Alp Stätz, Motta Express Die Kernzielgruppe — mehrere Tage exzellentes Gelände
Experten (schwarz+) The Great White (S4), STRAIGHTline (UCI), Handicap, Hörnli schwarz, Furcletta Weltklasse-Park + körperlich forderndes Hochgebirge

Gesamtbild: Das Bike Kingdom ist überwiegend eine Rot-Schwarz-Destination. Die besten Trails sitzen im oberen roten Band mit echten Konsequenzen — Fels, Wurzeln, Exposition, vereinzelte Liftlücken. Nachmittagsgewitter im Juli/August können das Gelände schnell verändern; früh starten, Wetter checken.


Vor Ort

Übernachten im Camper — Stellplatz Fadail

Mein Basislager war der Stellplatz Fadail — ein großer, von der Gemeinde bereitgestellter Wohnmobilstellplatz an sehr zentraler Lage in Lenzerheide, direkt beim Heidsee (rund 60 Plätze, einige mit Stromanschluss). Toiletten, Duschen, Wasser Ver- und Entsorgung — kein Luxus, aber völlig ausreichend, und für Schweizer Verhältnisse total okay im Preis.

Preise (Ende Juli, eine Person): CHF 27.50 pro Nacht für meinen Bus; mit einem kleineren Fahrzeug bis 5,50 m nur CHF 22.50 (variiert nach Saison und Personenzahl). Gebucht wird online im Voraus — verpflichtend, für maximal vier Nächte am Stück. Reservationsbestätigung sichtbar hinter die Frontscheibe. Saison 2026: ca. 5. Juni bis 30. August. Buchung: Stellplatz Fadail.

Lage: Zum Supermarkt ca. drei Minuten mit dem Rad, zum Heidsee zu Fuß (baden oder bei Nachmittagswind Wingfoilen). Der Sessellift direkt am Platz war bei meinem Besuch nicht in Betrieb; die nächsten offenen Bahnen — Scalottas und Tgantieni — liegen rund einen Kilometer entfernt, locker mit dem Bike erreichbar. Netter Nebeneffekt: viele Biker auf dem Platz, man findet schnell Anschluss.

Essen & Kaffee

Auf der Weisshorn-Mittelstation gibt es verdammt gute Hamburger — wer früh in Lenzerheide startet, ist zur Mittagszeit dort. Auf dem Hörnli warten Rösti und Rivella. Dazu viele kleine Hütten an den Trails. Schweizer Preisniveau gilt: eine kleine Portion Pasta auf der Hütte liegt gern bei ~13 €.

Bike-Shop, Verleih & Waschstation

In Rider-Kreisen gelobt: Aktiv Sport in Lenzerheide (guter Service, faire Preise) und der Pesko-Shop für Verleih von Bike, Helm und Equipment. An der Hörnli-Express-Talstation in Arosa gibt es eine schöne Bike-Werkstatt und eine Waschstation — ideal nach einem Tag auf Älplisee, Schwellisee oder Hörnli, bevor das Bike verladen wird. E-MTBs werden auf allen Bergbahnen nach Standardverfahren mitgenommen, ohne Sonderreservierung.


Saison & Bedingungen

Zeitraum Status Hinweise
Anfang Juni (vor ~27. Juni) Teilweise Rothornbahn I + Scalottas offen; Rothornbahn II zu; oberes Rothorn nicht erreichbar
Ab ~27. Juni Vollbetrieb Rothornbahn II öffnet; Dark Side, Great White & Älplisee zugänglich
Juli–August Hochsaison Beste Bedingungen, längste Tage, Late Shred; Park stark frequentiert (Bremswellen)
September Ausgezeichnet Weniger Betrieb, oft stabiles Wetter, Vollprogramm
Oktober Nachsaison Bergbahn-Saison bis ca. 25. Oktober; Hochlagen-Lifte teils zu

Empfehlung: Für die Naturtrails auf Scalottas ist bereits Ende Mai/Juni ideal — Trails gesetzt und griffig, Hochgelände ohne August-Andrang. Für die hochalpinen Highlights (Dark Side, Älplisee, Great White) ab Ende Juni. September ist der Geheimtipp: alles offen, weniger los.


Anreise

Von Auto Bahn / ÖV
Zürich ~1 Std. 30 Min. (via Chur) Zug nach Chur + PostBus, ~2 Std.
München ~2 Std. 50 Min. Zug via Zürich, ~4–6 Std.
Stuttgart ~3 Std. 30 Min. Zug via Zürich/Chur
Wien ~5 Std. Zug via Innsbruck/Zürich, ~6–7 Std.

Ab Chur sind es ca. 30 Minuten hoch nach Lenzerheide; Arosa wird separat über die Bergstraße oder mit der Arosabahn ab Chur (ca. 1 Std.) erreicht. Wichtig: Fahrrad-Reservierungen auf dem PostBus Chur–Lenzerheide sind Pflicht und schnell ausgebucht — über die SBB-App vorbuchen. Lenzerheide als Basis nehmen und Arosa auf dem Trail oder per Urdenbahn ansteuern ist logistisch am sinnvollsten.


Praktische Infos

Info Details
Region Graubünden, Schweiz
Orte Lenzerheide, Arosa, Chur
Höhe ~1.470 m (Lenzerheide Ort) bis 2.865 m (Parpaner Rothorn)
Währung Schweizer Franken (CHF); Karte überall, etwas Bargeld für Hütten
Sprache (Schweizer-)Deutsch; Rätoromanisch in Teilen
Notruf 144 (Ambulanz) / 1414 (REGA Luftrettung)
Apps Bike Kingdom App + Trailforks (Region offline laden)
Helm Im Park Fullface Pflicht; auf hochalpinen Naturtrails mind. Enduro-Helm mit Kinnbügel empfohlen

Wetter: Graubünden ist trockener als die Westalpen, aber Nachmittagsgewitter im Juli/August bauen sich schnell auf, oft ab ca. 14 Uhr. Fels wird bei Nässe extrem rutschig — früh starten, Vorhersage checken.


Mein Setup für diesen Trip

  • Bike: Amflow PL E-MTB
  • Gabel: 170 mm Öhlins RXF 38
  • Dämpfer: EXT Coil
  • Reifen: Continental Kryptotal vorne und hinten

Die 170 mm sind mehr, als Scalottas formal braucht — aber wenn oben ein Naturabsatz kommt, den du nicht ganz gelesen hattest, ist das Extra-Travel Versicherung statt Luxus. Der Kryptotal vorne war auf dem Trockengestein genau richtig; ein schnellrollender Reifen wäre auf den diagonalen Steinplatten weggerutscht. Das E-Bike hat vor allem auf den Verbindungen und Gegenanstiegen (Scalottas-Traversen, Urdental, Arosa-Runde) sinnvolle Arbeit geleistet — auf reinen Abfahrten braucht man den Motor nicht, aber er verdient sein Gewicht bei den Übergängen. Für die Furcletta-Tour gilt das Gegenteil: dort ist das E-Bike wegen der Trage-Passagen im Nachteil — nimm ein leichtes Enduro.


Komplette Trail-Liste (alle 177 Trails, alphabetisch)

Zur Orientierung alle auf Trailforks gelisteten Trails des Verbunds mit Länge, Tiefenmetern (Abfahrt) und Anstieg — rund 177 plus Tourentrails, hier komplett als Nachschlagewerk. Werte gerundet; „–' = nicht gelistet.

Trail Länge Abfahrt Anstieg
Aberwald Middle 861 m −17 m 34 m
Alp Nova (615/616) 857 m −6 m 21 m
Alp Sanaspans 3 km −474 m
Alp Sanaspans 2 824 m −105 m 1 m
Alp Scharmoin (#602) 2 km −49 m 72 m
Alp Stätz (#616) 2 km −310 m
Alp Stätz Straightline 3 km −596 m 2 m
Alpatobel Trail 799 m −126 m
Alter Kirchweg 1 km −48 m 28 m
Back Home 1 km −144 m 3 m
Beni's Loops 236 m −8 m 7 m
Bot da Loz 480 m −88 m
Brambrüesch – Pradaschier Panorama (#606) 2 km −39 m 105 m
Butterfly 2 km −181 m 63 m
Bäraried (#632) 1 km −99 m 10 m
Bärgliweg 423 m −108 m
Camping – Tiefencastel 3 (#242) 926 m −92 m 12 m
Canier Egga 1 km −74 m 30 m
Capfeders 847 m −23 m 32 m
Carmennapass 3 km −588 m
Carmänna Trail I 1 km −257 m 1 m
Carmänna Trail II 1 km −224 m
Churer Joch 2 km −511 m
Chöpfliwald 1 km −163 m
Chüpfer (#633) 2 km −300 m
Crap la Tretscha 3 km −83 m 76 m
Crestis 419 m −124 m
Cross Country Südschlaufe 933 m −25 m 17 m
Culmet 4 km −133 m 527 m
Cunja 597 m −56 m 1 m
Curzoin (#601) 535 m 38 m
Dark Side of the Moon 3 km −222 m 7 m
Dunkler Wald 746 m −129 m
Ella's Flow 149 m −7 m
Fanüllatobel (#616) 3 km −426 m 20 m
Fichtenwald 931 m −150 m
FLOWline 2 km −261 m
FLOWline Lower 1 km −116 m 3 m
Follow the Ridge 327 m −106 m 2 m
Fondei – Sapün Trail 3 km −349 m 15 m
Furcletta 8 km −902 m 6 m
Furggabüel 838 m −156 m
Furggatobel 4 km −808 m
Furggawald 1000 m −148 m
Furgglis 572 m −129 m
Galtialp 2 km −61 m 47 m
Gampitobel 2 km −288 m
Gian's Jumps I 194 m −11 m
Gian's Jumps II 63 m −3 m
Grida Verbindungstrail 180 m −20 m
Grüenabüel 1 km −217 m 4 m
Grüenseeli Uphill 1 km −25 m 75 m
Grünseeli 572 m −50 m 17 m
Handicap 913 m −121 m
Hauptertälli (90.05/631) 2 km −366 m
Hauptji Trail 1 km −141 m 3 m
Heidis Hell 198 m −28 m
Heiterwaldi (#632) 614 m −19 m 11 m
Homerun (613/615) 1 km −126 m
Höhenweg Alp Stätz (#616) 3 km −300 m 3 m
Hörain (#635) 1 km −19 m 26 m
Hörnli Ridge 786 m −119 m 7 m
Hörnli Trail (711T) 7 km −606 m 16 m
Hüehnerchöpf (#634) 2 km −98 m 93 m
Jumpline 124 m −5 m
June Hütte (615/616) 1 km −114 m 12 m
Kirchli Trail 510 m −29 m 1 m
Kuhtanamo Access 233 m −35 m
Lajet (#634) 318 m −2 m 16 m
Latschüelfurgga 3 km −321 m 3 m
Lavoz 792 m −188 m
Loamer Boner 324 m −81 m
Lord Steepness I 115 m −32 m
Lord Steepness II 259 m −62 m
Löser 2 km −344 m
Maiasäss Trail (#616) 1 km −200 m
Maiensäss Trail 150 m −19 m
Malix Belvedra 1 km −161 m 5 m
Malix Stelliwald 995 m −138 m 7 m
Maran – Seilpark 1 km −101 m
Martschineun 1 km −113 m 6 m
Medergen Bächli 2 km −284 m 5 m
Mederger Alp (#633) 2 km −72 m 7 m
Medregen – Langwies 3 km −545 m
Meiersboden 781 m −105 m 8 m
Motta Express (#634) 2 km −193 m 19 m
Mäder 989 m −137 m
No Turning Back 495 m −65 m
Ochsenalp Trail 3 km −199 m 13 m
Old Bike Attack Traverse (#634) 878 m −56 m 1 m
Palfreier 788 m −64 m 23 m
Parpan One Way 2 km −423 m
Passugger 295 m −40 m
Passüggli (#615) 249 m −18 m
Pfaffalöcher 545 m −67 m
Pirigen Shortcut 976 m −233 m
Pirigen Trail 1 km −233 m 2 m
Plessur (#632) 771 m −74 m 1 m
Plessur to Langwies (630/631/633) 1 km −68 m 45 m
Plessur Trail 2 km −156 m 9 m
Pradaschierer Rodel (#613) 322 m 19 m
Pradaschiererwald (#613) 1 km −69 m 6 m
Pradaschiererwald II (#606) 865 m −104 m
PRIMEline 2 km −260 m
PRIMEline (Lower) 534 m −93 m
Proschieri (#615) 1 km −57 m 5 m
Pruel 734 m −4 m 45 m
Prätschalp 1 km −77 m 5 m
Rabiosa-Schlucht (#615) 990 m −127 m 35 m
Rabiusa 478 m −41 m 2 m
Ried 414 m −44 m
Riedwisli 153 m −3 m 2 m
Rocks and boulders 489 m −136 m
Roll the Dice 685 m −52 m
Rot Tritt 948 m −83 m
Runcalier 874 m −301 m
Sapün 2 km −224 m
Scalottas (615/616) 2 km −125 m 2 m
Schafalp 1 km −215 m
Scheideggsee 889 m −96 m
Scheideggsee-Maran 468 m −62 m
Schlüechtli (#616) 664 m −75 m 8 m
Schwellisee 2 km −400 m 1 m
Schäfermulde S1 (#616) 156 m −33 m
Sendeturm 500 m −94 m
SHOREline / STYLEline 699 m −86 m
Siba Brünna 716 m −113 m
Sirup Trail 266 m −60 m 1 m
Soarts Aintadem (#601) 1 km −13 m 16 m
Sot Vallos 385 m −51 m
Speed Needle 836 m −108 m 8 m
Spina 365 m −66 m
Spina II 215 m −37 m
Spina Official (#634) 685 m −115 m 1 m
Sporz Trail 899 m −179 m
St-Cassian (#90.07) 1 km −19 m 24 m
Stausee Isel 525 m −113 m
STRAIGHTline 2 km −372 m
Sundroina (#601) 420 m −9 m 2 m
Switchbacks Overkill 2 km −405 m 3 m
Tarnatel Trail Lower 574 m −79 m
Tgantieni (603/616) 566 m −79 m
Tgapalotta 900 m −20 m 23 m
The Great White 3 km −367 m 2 m
The Pipe (#634) 1 km −120 m
Tiejer Bach 2 km −368 m
Tiejer Wald 2 km −288 m 6 m
Tomeli 558 m −65 m
Top Fops (#616) 3 km −286 m 15 m
Uf Wald 1 km 171 m
Um d'Wiese 1 (#616) 492 m −21 m 28 m
Um d'Wiese 2 (602/616) 234 m −31 m
Unter Grida lower 237 m −64 m
Unter Grida upper 237 m −53 m
Upper Kuhtanamo 291 m −57 m
Urdenbach 333 m −50 m
Urdenfürggli (#634) 369 m −49 m 1 m
Urdenfürggli Twister (#634) 2 km −156 m 1 m
Urdensee Trail 2 km −239 m 4 m
Urdental Alternativa 710 m 60 m
Urdental Trail (#634) 2 km −105 m 159 m
Valzalära 570 m −107 m 1 m
Waldboda 1 km −215 m 7 m
Wanner Trail (#634) 441 m −10 m 14 m
Wasserfall 3 km −327 m 7 m
Weisshorn – Sattelhütte 3 km −485 m 3 m
Zalaus 711 m −97 m
Zaltria Trail 537 m −121 m
Zalüenja 2 km −51 m 12 m
Zerfalta - Peist 2 km −379 m
Zugriser (#613) 245 m 57 m
Zwüschet da Züna (#602) 1 km −69 m 29 m
Äberwald Lower Part 423 m −21 m 3 m
Äberwald Lower Part 2 (#616) 742 m −114 m 1 m
Äberwald Upper Part (#616) 1 km −159 m 20 m
Älplisee 1 km −111 m 7 m
Älpliseetrail 6 km −625 m 27 m

Vollständige, interaktive Karte mit allen 177 Trails: Trailforks Arosa Lenzerheide.


FAQ

Wann öffnet die Rothornbahn II? 2026 am 27. Juni — generell erst gegen Ende Juni, dann bis in den Herbst (Bergbahn-Saison bis ca. 25. Oktober). Letzte Bergfahrt gegen 16:30 Uhr. Vorher sind Dark Side of the Moon, The Great White und die volle Älplisee-Abfahrt liftmäßig nicht erreichbar — die Scalottas-Seite dagegen schon.

Lohnt sich das Bike Kingdom für Naturtrail-Fahrer ohne Park-Ambition? Ja, sehr. Scalottas, Älplisee, Schwellisee, Alp Stätz, die Furcletta-Tour und das obere Rothorn sind echtes Hochalpin-Enduro ohne Jumpline-Charakter. Gib dir mindestens drei Tage.

Wie schwer ist Dark Side of the Moon? Rot und ganz normal fahrbar — ein paar Spitzkehren, loser/steiniger, aber nicht verblockter Untergrund. Landschaftlich einer der beeindruckendsten Trails überhaupt.

Lohnt sich ein E-MTB? Für die meisten Zonen ja — die Verbindungen und Gegenanstiege (Scalottas, Urdental, Arosa-Runde) profitieren deutlich. Ausnahme Furcletta-Tour: dort ist ein leichtes Enduro besser, weil viel geschoben und getragen wird.

Wie viele Tage brauche ich? Drei für ein Grundgefühl, fünf bis sieben, um die Distrikte wirklich zu erkunden. Man fährt praktisch keinen Trail zweimal.

Wo kann man mit dem Camper stehen? Sehr zentral am Stellplatz Fadail beim Heidsee — online buchbar (Pflicht), max. vier Nächte, Strom teilweise, WC/Dusche, Saison 2026 bis Ende August. Viele Biker vor Ort.

Ist Chur in der Gravity Card enthalten? Nein. Arosa und Lenzerheide sind komplett abgedeckt; für die Bergfahrt in Chur zahlst du separat.


Fazit

Beim ersten Anlauf Ende Mai war oben zu — und trotzdem hat mich die stille Scalottas-Seite überzeugt: lange, steinige Naturtrails über offenes Hochalpin-Gelände, echte Anstiege, kein vorgeformter Untergrund. Top Fops und Alp Lavoz sind genau die Trails, für die ich weite Wege fahre. Im Juli kam dann das obere Gelände dazu: The Dark Side of the Moon aus der Mondlandschaft heraus, der lange Älplisee Trail hinunter nach Arosa, die stille Weisshorn-Seite — oft ganz für mich allein.

Das Bike Kingdom belohnt den Rider, der über das Aushängeschild hinausschaut. Der Park ist Weltklasse in dem, was er tut — aber die besten Trails liegen oben und drüben in Arosa. Plane um die Rothornbahn II herum (ab Ende Juni), nimm dir mindestens drei Tage, und lass dich vom Park-Gewusel nicht täuschen. Zuerst auf die Scalottas-Seite. Den Rest findest du selbst heraus.


Besucht: Ende Mai und über mehrere Tage im Juni sowie 22.–24. Juli 2026. Teil der Gravity Card Gebiete Entdecker Tour. Trail-Daten: Trailforks Arosa Lenzerheide. Aktuelle Betriebszeiten: bikekingdom.ch.

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